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München: Gin mit regionalen Spezialitäten aus Manufakturen hoch im Kurs

Gin liegt in den Bars der Metropolen weltweit im Trend. Die Amerikaner haben uns schon das Craft Bier beschert. Nun kommt als nächster Mix frisch aus New York in dieser Saison der „Switchel“ – ein Mix aus Ingwerwasser, Ahornsirup, Apfelessig, Zitronensaft und einem Schuss Gin über den Atlantik.

Aber auch hierzulande findet man eine Riesen-Palette an neuen, ausgefallenen Kreationen. Unter vielen Kennern gilt mittlerweile wieder Gin als eine der feinsten Spirituosen überhaupt. Einzige Prämisse: So aromatisch wie möglich muss er schmecken.

Worauf es sonst noch ankommt, erklärt Daniel Döring, F & B-Manager im Mercure Hotel München City Center und einer von drei Barkeepern, die bei regelmäßig stattfindenden Gin-Verkostungen hinterm Tresen stehen.

 

Es gibt nicht den einen Gin-Geschmack

„Ruhig pur probieren“, rät Döring. „Zarter Zitrus-Geschmack, im Holzfass gereift, klassische Wacholdernote oder sogar eine Kokosnussnuance: Es gibt nicht den einen Gin-Geschmack. Wer sein Handwerkszeug beherrscht und weiß, welche Kräuter miteinander harmonieren, hat gute Chancen, guten Gin zu machen“, ergänzt er. Basis jeden Gins ist hochprozentiger Agraralkohol aus Getreide oder Melasse, hinzu kommen je nach Geschmacksrichtung Kräuter und Gewürze wie Wacholder, Koriander, Ingwer oder Orangenschalen. 37,5 Prozent Alkohol sind das Mindestmaß, bis zu 47 Prozent Usus.

 

Regionale Spezialitäten aus Manufakturen gefragt

„In den letzten Jahren sind am Chiemsee, im Rheinland, eigentlich überall in Deutschland, kleinere Destillerien entstanden“, erklärt Döring. „Verwendet wird oft, was in der näheren Umgebung wächst. Kräuter, Beeren oder Samen werden entweder in Alkohol angesetzt. Oder man wählt das Verfahren, bei dem bloß Wasserdampf durch die Zutaten zieht.“

Aus Fichtensprossen, Holunderblüten und Preiselbeeren aus dem Schwarzwald entsteht „Monkey 47“, Hopfen und Malz für den „Duke Gin“ stammen aus Ober- oder Niederbayern und in Hessen ist der „Gin Sieben“ erhältlich: Der Dry Gin wird aus Borretsch, Kerbel, Kresse, Petersilie, Pimpinelle, Sauerampfer und Schnittlauch kreiert, den sieben Kräutern der berühmten Frankfurter Grünen Soße.

Fehlt noch eine wichtige Zutat, um aus Drinks mit Gin perfekte Drinks für Sommerabende zu kredenzen: „Erst der Tonic macht den Gin zum idealen Sommergetränk“, meint nicht nur Döring. „Er wird aus Chininwurzeln hergestellt und die schmecken leicht bitter, etwas säuerlich und in jedem Fall äußerst erfrischend.“

Die Bar des Mercure München City Center verfügt über ein ansehnliches Gin- und Tonicsortiment. Foto: © Christoph Weiss

 

Vielfalt pur: Tonic Water aus aller Welt

Ob Tonic mit Holunder-Noten, Kirschblüten- oder Zitrusaromen und einem besonders hohen Chiningehalt; Kräuter-Tonic, bei dem die Schärfe der China-Rinde und die Süße von Limettenblüten genau ausbalanciert sind; oder Tonic, für den nur feinstes Chinin von einem kleinen Familienunternehmen in der Grenzregion zwischen Ruanda und dem Kongo verwendet wird: Sorgfalt bei der Auswahl gehört zum Know-how des passionierten Gin-Trinkers.

Manch ein Hersteller bezieht beispielsweise Zutaten nur von ausgesuchten Kleinbetrieben aus aller Welt. So lassen sich durch Tonic trinken traditionelle Handwerkstechniken bewahren.

Daniel Döring jedenfalls serviert bei Verkostungs-Events im Mercure Hotel München City Center zu jedem Gin einen anderen Tonic: „Zu ,Hendrick‘s Gin’ mit frischer Gurke und schwarzem oder rotem Pfeffer passt gut ein ,Thomas Henry Tonic’, zu ,Gin Sul’ mit Zitronen- oder Pomelo-Schale und Wacholderbeeren ein ,Fentimans Tonic’. Das ist im Übrigen eins der ältesten Tonic Water. Und zum ,Dactari Gin’ mit Himbeeren oder Brombeeren und etwas frischer Minze empfehle ich einen ,Fever-Tree Mediterranean Tonic’.“

Wem das zu kompliziert klingt, der kann auch – klassisch – bei „Gin Fizz“ bleiben: Dafür 5 cl Gin (beispielsweise mit traditioneller Wacholdernote), 3 cl Zitronensaft, 2 cl Zuckersirup und ein paar Eiswürfel im Shaker mixen. Sehr gut schütteln, damit die schaumige Krone, Merkmal des „Gin Fizz“, entstehen kann. Dann seiht man das Getränk in ein Longdrinkglas mit Eiswürfeln ab, füllt mit Soda auf und garniert mit einer Zitronenscheibe.

Weitere Informationen:

www.mercure.com

Titelfoto / Es gibt nicht den einen Gin-Geschmack. Nur kühl muss er sein. / Foto: Melissa Gibson

Auch das Hotel Am Brandenburger Tor in Potsdam versteht sich als Gin-Spezialist:

 

 

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