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Familienkreuzfahrt mit dem Schiff an der Küste von Kroatien

Die weltweite Kreuzfahrtbranche jubelt über stetiges Wachstum. Nach Prognosen werden im Jahr 2016 mit 24 Millionen Passagieren wieder Rekordzahlen eingefahren (CLIA Jahresbericht 2016). Auch für die Deutschen wird der Schiffsurlaub immer reizvoller. Der Primus der deutschen Reiseveranstalter TUI hat deshalb schon vor acht Jahren die eigene Kreuzfahrtgesellschaft TUI Cruises gegründet und baut sich eigene Schiffe. Der jüngste Kreuzfahrer „Mein Schiff 5“ wartet mit 15 Decks auf, hat 1267 Kabinen und 2.534 Betten sowie 1.000 Personen Besatzung.

Eine ebenfalls wachsende Zahl von begeisterten Reisenden per Schiff will allerdings sehr authentisch und möglichst individuell fremde Länder entdecken. Können Kreuzfahrten mit dem Schiff solche Wünsche erfüllen? Der kroatische Reiseveranstalter RIVA zeigt mit seiner Kreuzfahrt-Flotte auf der Adria, wie es geht.

Bade-Bucht. Foto: Ronald Keusch
Bade-Bucht. Foto: Ronald Keusch

Herzlich Willkommen an Bord

Das Schiff MY Vita (MY steht für Motoryacht) hat im Hafen von Rijeka fest gemacht. An jedem Sonnabend werden Gäste für eine Sieben-Tages-Tour erwartet, bei dieser Fahrt Anfang Juli sind es 22 Passagiere.  Kapitän Silvio Vukovic und seine sechsköpfige Mannschaft stellen sich vor: „Ein Herzliches Willkommen an Bord“.

„Unsere Schiffe sind mit den großen Kreuzfahrtschiffen nicht zu vergleichen, denn wir fahren in die schönsten Buchten und dort können unsere Urlauber direkt von Bord über Badeplattformen und Leitern am Schiffsheck ungestört schwimmen“, kommt Konsti Gaitanides ins Schwärmen. Er ist Geschäftsführer der RIVA mit Sitz in München. Der Anteil seiner Gäste aus Deutschland liegt bei 90 Prozent und so ist auch die Schiffssprache deutsch. „Wenn tagsüber bei Sommerhitze die Passagiere der großen Kreuzfahrt-Pötte zu Tausenden in den Urlauberorten ihre Rundgänge machen, gehen unsere Gäste baden. Wenn dann die Massen zum Abendessen auf ihr Kreuzfahrtschiff zurück strömen, gehen unsere Urlauber bei angenehmen Temperaturen zum Stadtbummel an Land und genießen das Essen der regionalen Küche“, ergänzt Konsti stolz sein Urlaubskonzept. Und dass in diesem Konzept seine RIVA-Touristen abends nicht an Bord, sondern in den Restaurants an der Küste essen, kommt bei seinen Landsleuten gut an. Sein Unternehmen ist nachweislich erfolgreich. Während anfangs vor 20 Jahren etwa zehn RIVA Schiffe auf der Andria unterwegs waren, hat sich die Flotte mit gegenwärtig 22 Schiffen mehr als verdoppelt. Insgesamt sind heute pro Jahr 12.000 Urlauber bei RIVA an Bord – für Konsti eine stolze Zahl.

Foto: Ronald Keusch
Foto: Ronald Keusch

Adria ist der Außenpool

Kapitän Silvio Vukovic hat für seine Gäste die erste Bade-Bucht an der Insel Cres ausgesucht. Der Erste Offizier Slawen Cerni lässt laut rasselnd den Anker auf den Meeresgrund herunter. Ein dickes Tau wird am Ufer befestigt – eine zusätzliche Sicherheit für Schwimmer, die sich nicht so sicher fühlen. Wie jeden Tag sind ein bis zwei Stunden Baden, Schwimmen und Schnorcheln angesagt. Die Passagiere klettern über Leitern oder springen in das Meerwasser des „Außenpools“ der Adria von 31.000 Quadratkilometern – direkt vom Schiff, für ein großes Kreuzfahrtschiff undenkbar.

Zur Mittagszeit läutet auf der Motorjacht eine Schiffs-Glocke – Mittagsessen. Auf dem an den Seiten offenen ersten Unterdeck servieren Kellnerin Doris und 1. Offizier Slawen das Mittagessen. Schiffskoch Martin und sein Küchengehilfe Mario bieten mit Vorsuppen, Hauptgang und Nachtisch eine abwechslungsreiche kroatische Küche mit viel Fisch und Salaten.

Entdeckungstour auf Landgängen

Am späten Nachmittag erreicht MY Vita einen der Häfen auf der Tour von Rijeka durch die Kvarner Inselwelt. Abends ist die Sonne nicht mehr so heiß und es stehen Landgänge auf dem Programm. Sie führen die Kreuzfahrer im Laufe der Reise in Orte Mali Losinj, Cres, den Fischerort Sali auf der Insel Dugi Otok, die berühmte Stadt der Kirchtürme Rab mit ihrer frühromanischen Architektur sowie den bekannten Küstenort Zadar mit seinen Meeresorgeln. In all diesen Orten gehen die Passagiere auf Entdeckungstour. Und die Neugierigen finden beispielsweise in dem kleinen Küstenort Sali nach ein paar hundert Metern Anstieg vom Fischereihafen ein bäuerliches Garten-Restaurant. Hier kann der Gast zuschauen, wie sein bestelltes Fleisch knusprig gegrillt wird. Da wünscht sich niemand, an einem exklusiven Büfett auf einem großem Kreuzfahrtschiff in der Schlange zu stehen.

Meeresorgeln in Zadar. Foto: Ronald Keusch
Meeresorgeln in Zadar. Foto: Ronald Keusch

Das Familien-Schiff

Das Schiff MY Vita bewegt sich langsam durch die phantastische Inselwelt der Kornati. Der 50jährige Kapitän Silvio Vukovic kennt sich sehr gut aus. Er entstammt einer Familie von Seefahrern. Schon sein Großvater steuerte auf der Adria ein Frachtschiff mit Segeln beladen mit Baustoffen. Heute befördert Silvio nicht mehr Sand und Steine, sondern seit 28 Jahren tausende von Touristen.

In den Sommermonaten präsentiert sich die Vita als Familien-Schiff. Die Söhne von Silvio, der 18jährige Wladimir und der 17jährige Peter, die beide eine Seefahrts-Schule besuchen, haben große Ferien und gehen ihrem Vater bei den Anlegemanövern des Schiffes zur Hand. Im Juli ist auch Silvios Ehefrau Maria und sein jüngster Sohn, der neunjährige David mit an Bord. Gewissermaßen sind die Passagiere bei der Familie Vukovic zu Gast.

Ein wenig Wehmut kommt bei Silvio schon auf, wenn er an seine ersten Schiffstouren vor einem Viertel Jahrhundert zurück denkt. „Damals hatten wir weder eine Toilette, noch eine Dusche in der Kabine, natürlich keinerlei Klimaanlagen und Doppelstockbetten in den engen Kojen“, erinnert sich Silvio. „Dafür saßen wir alle zusammen an Deck, redeten viel, sangen und tranken miteinander bis in die Nacht.“

Unterwegs auf der Adria. Foto: Ronald Keusch
Unterwegs auf der Adria. Foto: Ronald Keusch

Dennoch räumt Silvio ein, wohl kaum jemand träumt heute von alten Zeiten, als sich auf dem Schiff 25 Passagiere zwei Toiletten und drei Duschen teilen müssten.

Silvio und seine Familie sind allerdings froh, noch einen Teil dieser früheren Urlaubs-Stimmung in die neue Zeit hinüber gerettet zu haben.

Wunderbare Freundlichkeit

Manuela und Stefan Scherzer aus Plauen im Vogtland verbringen bereits zum sechsten Mal Ihren Urlaub in Kroatien und waren auch schon mehrere Mal an Bord von RIVA Schiffen. Manuela Scherzer muss nicht lange überlegen, wenn man sie fragt, warum sie mit ihrem Ehemann immer wieder nach Kroatien kommt und an Bord der RIVA Schiffe geht. “Es ist diese wunderbare Freundlichkeit, die wir im Land erleben. Und auf den Schiffen sind wir alle, die Urlauber und die Besatzung, eine große Familie. Das gefällt uns.“

www.idriva.de ; www.kvarner.hr/deu/tourismus

Ronald Keusch

Titelfoto / Inselwelt von Kroatien. / Foto: Ronald Keusch

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